Was sind Phelsumen?

Phelsumen sind tagaktive Geckos, deren Verbreitungsgebiet auf den tropischen Inseln im südwestlichen Indischen Ozean liegt. Die meisten Phelsumenarten kommen auf Madagaskar vor, weitere grössere Vorkommensgebiete sind die Inseln der Maskarenen (Mauritius, La Réunion, Rodrigues, Agalega, Round Island) sowie der Komoren (Grande Comore, Mayotte, Anjouan, Mohéli). Von Phelsuma dubia gibt es kleine Populationen auf dem afrikanischen Kontinent an der tanzanischen und kenianischen Küste sowie den vorgelagerten Inseln Sansibar und Pemba, wo auch Ph. parkeri lebt. Das am weitesten von Madagaskar entfernte Vorkommensgebiet hat Ph. andamanense auf den Andamanen.
Die meisten Arten haben ein typisches Vorkommensgebiet auf einer dieser Inseln bzw. nur einer Region, manche aber (z.B. Ph. grandis und Ph. l. laticauda) sind inzwischen durch natürliche Verbreitung und menschliche Verschleppung an mehreren Orten heimisch geworden.

Lebensraum

Sehr viele Arten sind baumbewohnend, einige, wie z.b. Phelsuma barbouri, leben aber hauptsächlich an Felsen. Dies bedeutet, dass sich fast alle Phelsumen v.a. vertikal orientieren. Aufgrund ihrer Haftlamellen sind alle Phelsumen ausgezeichnete Kletterer, die auf allen Materialien gut zurechtkommen.

Anpassung und Gefährdung
Einige Artvertreter wie Ph. q. quadriocellata, Ph. dubia, Ph. mutabilis, Ph. l. laticauda, Ph. grandis oder auch Ph. l. lineata sind anpassungsfähig und kommen in verschiedenen Klimazonen ihres Vorkommensgebietes vor. Diese Arten sind meistens Kulturfolger, d.h. sie kommen gut mit der vom Menschen veränderten Umwelt zurecht und sind dadurch in ihrem Fortbestand weniger gefährdet.
Von einigen Arten (z.B. Ph. hielscheri) sind weit voneinander entfernte Fundorte bekannt, wobei unklar ist, ob es sich dabei um Rückzugsgebiete eines (früher?) grösseren Verbreitungsgebietes handelt oder ob es sich dabei doch um verschiedene Arten handeln könnte (wie vermutlich bei Ph. dubia/Ph. ravenala).
Sehr viele Phelsumen haben aber ein spezifisches und begrenztes Vorkommensgebiet und passen sich veränderten Umweltbedingungen nur schlecht oder gar nicht an. Dies sind sogenannte Kulturflüchter, die aus diesem Grund auch als gefährdete(re) Arten eingestuft werden müssen. Ein Beispiel dafür ist Ph. inexpectata, welche nur auf einem ca. 7 km breiten Streifen an der Südküste von La Réunion gefunden wird.

Phelsumen im Terrarium

Ihre attraktive Färbung und die Aktivität tagsüber machen Phelsumen zu interessanten und wunderschönen Terrarienpfleglingen. Ein schön eingerichtetes Regenwaldterrarium - die am häufigsten gepflegten Arten leben im oder am Regenwald - ist ein Blickfang in jedem Zimmer. Dabei gibt es aber auch auf einige Dinge Acht zu nehmen: Die meisten Phelsumen haben spezifische Ansprüche, denen es gerecht zu werden gilt. Nur dann zeigen sie ihre schöne Färbung und ihr spannendes Verhalten. Dies betrifft die Grösse des Terrariums, Beleuchtung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Terrarieneinrichtung und Vergesellschaftung. Generell lieben es Phelsumen zwar auf Grund ihrer Herkunft feucht und eher warm, doch gibt es grosse Ausnahmen! Diese Ausnahmearten sollten denn auch erfahreneren Pflegern vorbehalten bleiben, die den Ansprüchen dieser Tiere nachkommen können.

Einrichtung

Phelsumen sind sehr aktive Tiere, sie springen und klettern viel, entsprechend muss die Grösse und Einrichtung des Terrariums der jeweiligen Art angepasst sein. Da sich die meisten Tiere gegen oben orientieren, benötigen sie Hochterrarien ab 50x50cm Grundfläche und 80-100cm Höhe; grössere Arten wie Ph. grandis benötigen entsprechend grössere Terrarien, und einige kleinere Arten können auch in etwas kleineren Terrarien gepflegt werden. Ganz allgemein gilt aber: Je grösser, deste besser! Als Einrichtungsgegenstände sind Äste, Bambus, Kork und Pflanzen wie Bromelien, Sansevierien und Epiprennum gut geeignet: sie bieten den Tieren den nötigen Bewegungsspielraum und Versteckmöglichkeiten. Ausserdem erhöhen echte Pflanzen die Luftfeuchtigkeit im Terrarium. Als Bodengrund empfiehlt sich Terrarienerde und Humus oder Sand/Erde-Gemische, auch hier wird Feuchtigkeit gespeichert. Auf keinen Fall dürfen Bodengrund und Pflanzen gedüngt sein!

Beleuchtung

Die Beleuchtung kann oder soll einen gewissen UV-Anteil aufweisen, ihre Stärke hängt dabei von den Vorlieben der gepflegten Art ab: es ist alles denkbar von geeigneten Leuchtstoffröhren und Wärmespots bis zu HQI. Beleuchtung, Grösse und Einrichtung sollten jedoch gut auf einander abgestimmt sein, denn Staunässe oder grosse Hitze im Terrarium müssen unbedingt vermieden werden.

Einige Anhaltspunkte zur Haltung finden sich bei den einzelnen Arten unter Unsere Tiere.